IDW veröffentlicht Fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen des Nahost-Krieges auf Rechnungslegung und Prüfung

Das IDW hat einen Fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen des Nahost-Kriegs auf die Unternehmensberichterstattung veröffentlicht. Dieser zeigt auf, wie Ereignisse nach dem Bilanzstichtag am 31.12.2025 im Anhang, im Lagebericht und in der nichtfinanziellen Berichterstattung sachgerecht zu berücksichtigen sind.

Der Ausbruch des Nahost-Kriegs am 28.02.2026 führt zu erheblichen geopolitischen Unsicherheiten und kann sich auch auf die finanzielle und nichtfinanzielle Unternehmensberichterstattung auswirken. Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) hat hierzu am 05.03.2026 einen Fachlichen Hinweis veröffentlicht. 

Nach Auffassung des IDW stellt der Konflikt ein Ereignis nach dem Abschlussstichtag dar. Damit handelt es sich handelsrechtlich um ein wertbegründendes Ereignis und nach IFRS um ein nicht zu berücksichtigendes Ereignis („non‑adjusting event“) gemäß IAS 10.

Unmittelbare bilanzielle Auswirkungen sind daher erst in Abschlüssen mit einem nach dem 27.02.2026 liegenden Stichtag zu erfassen. Für Abschlüsse zum 31.12.2025 ergeben sich jedoch erhöhte Anforderungen an die Berichterstattung, insbesondere im Anhang sowie im (Konzern-)Lagebericht.

Unternehmen, deren Abschlüsse oder Berichte zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs noch nicht aufgestellt oder festgestellt waren, müssen die wesentlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts qualitativ darstellen. Dies betrifft unter anderem Risiken für Lieferketten, Energiepreise und Finanzmärkte sowie die Beurteilung der Unternehmensfortführung. Auch für die nichtfinanzielle Berichterstattung können sich zusätzliche Erläuterungspflichten ergeben.

Das IDW weist Unternehmen, die freiwillig eine nichtfinanzielle Berichterstattung (z.B. unter Anwendung der ESRS) für 2025 erstellen, zudem auf mögliche Auswirkungen auf die Darstellung von Risiken, Resilienz und Governance-Strukturen hin.

Der Fachliche Hinweis soll bei Bedarf fortgeschrieben werden.

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