EU-Kommission veröffentlicht Aktionsplan zu Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz

Die Europäische Kommission hat am 07.07.2026 einen Aktionsplan zu Cybersicherheit und Künstlicher Intelligenz (KI) vorgestellt. Ziel ist es, die sichere und verantwortungsvolle Nutzung von KI zu fördern und gleichzeitig die Cybersicherheit und Resilienz in Europa zu stärken.

Der Aktionsplan ergänzt bestehende europäische Regelwerke wie den AI Act, den Cyber Resilience Act, die NIS2-Richtlinie, DORA und den Cyber Solidarity Act.

Wachsende Rolle von KI in der Cybersicherheit

Mit dem Maßnahmenpaket verfolgt die EU das Ziel, die Chancen von KI für Wirtschaft und Gesellschaft zu nutzen und gleichzeitig den Schutz vor neuen Cyberbedrohungen zu verbessern. Hintergrund ist die immer wichtiger werdende Rolle von KI im Bereich der Cybersicherheit. KI-Systeme können dabei helfen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, Cyberangriffe abzuwehren und kritische Infrastrukturen besser zu schützen. Gleichzeitig können dieselben Technologien von Angreifern genutzt werden, um Angriffe zu automatisieren und in größerem Umfang durchzuführen.

Zentrale Handlungsfelder

Der Aktionsplan baut auf dem bestehenden europäischen Rechtsrahmen auf und verfolgt drei miteinander verknüpfte Ziele:

  • Förderung der sicheren und verantwortungsvollen Nutzung fortgeschrittener KI,
  • Stärkung der Cybersicherheit und Widerstandsfähigkeit in der EU,
  • Ausbau europäischer KI-Kompetenzen für Cybersicherheitsanwendungen

Maßnahmen für den sicheren Einsatz von KI

Die Kommission möchte die Fähigkeit Europas ausbauen, KI-Modelle bereits vor ihrer Markteinführung zu bewerten. Zudem soll gemeinsam mit der Europäischen Agentur für Cybersicherheit (ENISA) ein europäischer Leitfaden für den sicheren Zugang zu fortschrittlichen KI-Systemen erstellt werden. Geplant ist außerdem eine sichere Testplattform, auf der insbesondere Organisationen aus kritischen Sektoren KI-Anwendungen erproben können. Dazu gehören unter anderem die Bereiche Energie, Gesundheit, Transport und Finanzen sowie die öffentliche Verwaltung.

Cybersicherheit und Innovation stärken

Der Aktionsplan unterstützt außerdem die Umsetzung bestehender europäischer Cybersicherheitsvorschriften wie der NIS2-Richtlinie und des Cyber Resilience Acts. Gleichzeitig soll der Einsatz von KI dazu beitragen, Sicherheitslücken schneller zu identifizieren und die Reaktionsfähigkeit auf Cyberangriffe zu verbessern. 

Zur Förderung der europäischen Innovationskraft plant die Kommission außerdem eine „EU Grand Challenge“ für KI in der Cybersicherheit. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure sollen dabei gemeinsam neue KI-gestützte Sicherheitslösungen entwickeln. Ergänzend dazu setzt die EU ihre Investitionen in eigene KI-Kapazitäten fort und möchte private Investitionen in europäische Technologien fördern.

Bedeutung für Unternehmen

Der Aktionsplan eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, Künstliche Intelligenz gezielter für die Verbesserung ihrer Cybersicherheit einzusetzen. KI-basierte Lösungen können dabei helfen, Schwachstellen schneller zu erkennen, Cyberangriffe frühzeitig zu identifizieren und Sicherheitsvorfälle effizienter zu bewältigen. Gleichzeitig sollen Unternehmen bei der Umsetzung bestehender europäischer Vorgaben, wie der NIS2-Richtlinie, dem Cyber Resilience Act und weiteren Cybersicherheitsregelungen, unterstützt werden. Darüber hinaus plant die EU die Einrichtung sicherer Testumgebungen für den Einsatz neuer KI-Anwendungen sowie zusätzliche Investitionen in Forschung und Innovation. Insgesamt soll der Aktionsplan dazu beitragen, die digitale Resilienz, die Innovationsfähigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu stärken.

Hinweis: Unternehmen sollten die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und prüfen, welche Auswirkungen sich auf ihre Compliance-, Sicherheits- und Digitalisierungsstrategien ergeben. Für Fragen zu den daraus entstehenden Herausforderungen und Handlungsbedarfen stehen wir gerne zur Verfügung.

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Ingo Wolf

Partner, Group CDIO

München

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